ZetaDisplay kauft retailmediatools; Mitarbeiterbildschirme werden zur nächsten Grenze des Retail Media
Das schwedische Digital-Signage-Kraftpaket ZetaDisplay hat retailmediatools übernommen, eine in Berlin ansässige Retail-Media-Infrastrukturplattform, in einem Schritt, der nach Aussage der Führungskräfte neu definieren wird, wie stationäre Einzelhändler ihre In-Store-Medienökosysteme aufbauen und monetarisieren. Der Deal, der dritte des Unternehmens in der DACH-Region, erweitert das Full-Service-Angebot von ZetaDisplay über traditionelle Beschilderung hinaus in den schnell wachsenden Retail-Media-Bereich.
Das 2021 gegründete Unternehmen retailmediatools bietet eine Infrastructure-as-a-Service-Plattform, die auf einer MACH-Architektur basiert — microservices-basiert, API-first, cloud-native SaaS und headless — die es Einzelhändlern ermöglicht, einzelne Module oder eine komplette End-to-End-Retail-Media-Lösung bereitzustellen. Die Plattform integriert sich in bestehende Unternehmensumgebungen und hilft Einzelhändlern, ihre eigenen Werbenetzwerke zu betreiben, während sie die Kontrolle über Daten, Werbekundenbeziehungen und Umsätze behalten. Zu den aktuellen Kunden gehören die finnische Einzelhandelsgruppe SOK und die europäische Drogeriekette Rossmann. Das Unternehmen wird nach der Übernahme unter seiner bestehenden Marke und Produkt-Roadmap weitergeführt.
ZetaDisplay-CEO Daniel Nergård bezeichnete den Deal als kommerzielle Transformation und nicht als einfachen Technologiekauf und wies darauf hin, dass Retail Media stationären Einzelhändlern eine seltene Gelegenheit bietet, bestehende In-Store-Assets in hochmargige, wiederkehrende Einnahmen umzuwandeln. "Durch die Zusammenführung der Digital-Signage-Expertise von ZetaDisplay mit der Retail-Media-Orchestrierungsplattform von retailmediatools schaffen wir einen neuen Standard für vernetzte Einzelhandelsökosysteme", sagte Nergård.
Die Übernahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Einzelhändler vor einer ebenso dringenden internen Herausforderung stehen: eine nicht am Schreibtisch arbeitende, mobile Belegschaft effektiv zu erreichen. Filialmitarbeiter — heute als Markenbotschafter angesehen — sitzen selten an Terminals, und wechselnde Dienstpläne machen Vollteam-Meetings unpraktisch. Verwaltete digitale In-Store-Beschilderung entwickelt sich zur Lösung, und ein bevorstehendes Webinar, das von Hughes und LG gemeinsam veranstaltet wird, soll Einzelhändlern helfen, diese Strategien zu entwickeln.
Das Webinar am 28. Juli, "From Noise to Clarity: Reimagining Employee Communication Through In-Store Screens", wird sich mit Content-Strategie, KI-gesteuertem Echtzeit-Content-Management und skalierbarer Bereitstellung befassen. Die Hughes-Führungskräfte Brad Godfrey, Chuck Keeler und Carl Udler werden erörtern, wie Einzelhändler von fragmentierter Kommunikation zu einer kohärenten In-Store-Kommunikationsplattform gelangen können, die Engagement und betriebliche Konsistenz fördert.
Zusammen unterstreichen die Übernahme und der wachsende Fokus auf mitarbeiterorientierte Bildschirme einen breiteren Wandel: Digitale In-Store-Displays entwickeln sich von passiven Werbeträgern zu intelligenter Infrastruktur, die sowohl kommerzielle als auch operative Ziele erfüllt. Mit der Reifung von Retail-Media-Netzwerken werden die Plattformen, die Werbetreibenden-Monetarisierung, Mitarbeiterkommunikation und datenschutzorientierte Zielgruppenanalysen vereinen — ohne Erhebung personenbezogener Daten — zu einer wettbewerbsnotwendigen Voraussetzung für Einzelhändler, die Online- und In-Store-Erlebnisse verbinden möchten.