Konsolidierung und Wettbewerb verändern die Digital-Signage-Branche im Zuge der ASEAN-Verschiebung
Die Digital-Signage- und ProAV-Branche durchläuft einen strukturellen Wandel, angetrieben von einer Welle strategischer Übernahmen und einem sich verschiebenden Wettbewerbsgleichgewicht in Südostasien. Panasonic Projector & Display hat das in Großbritannien ansässige Unternehmen Hive Media Control vollständig übernommen und bringt den Spezialisten für Medienwiedergabe und -steuerung in seine Reihen, während es ihm ermöglicht wird, als eigenständige, anbieterneutrale Einheit zu operieren. Der Schritt unterstreicht Panasonics bewusste Abkehr von einem hardwarezentrierten Hersteller hin zu einem Anbieter von visuellen Lösungsökosystemen, der Kunden über den gesamten Workflow bedienen kann — von der Inhaltswiedergabe und -steuerung bis hin zur Bereitstellung und zum Betrieb. „Wir sind inspiriert und geehrt durch die Möglichkeit, mit Panasonic zusammenzuarbeiten, während wir Hive weiterhin als offenes und unabhängiges Ökosystem ausbauen“, sagte Mark Calvert, Mitbegründer und CEO von Hive Media.
Der Konsolidierungstrend geht über Panasonic hinaus. Der britische ProAV- und Digital-Signage-Anbieter IUF hat den in Großbritannien ansässigen AV-Integrator Project Audio Visual im Rahmen eines Pre-Pack-Deals übernommen und in eine neu gegründete IUF Workplaces-Sparte integriert, die sich auf vernetzte Arbeitsplatzlösungen konzentriert. Unterdessen hat der schwedische Systemintegrator Zetadisplay seine dritte Übernahme im DACH-Markt abgeschlossen und das in Berlin ansässige Unternehmen Retailmediatools übernommen, eine SaaS-Infrastrukturplattform für Retail Media. Der Deal stärkt Zetadislays Full-Service-Positionierung im Bereich Digital Signage und Retail Media — einem Segment, das sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Wachstumsmotor für die Branche entwickelt hat.
Auf der Messeebene sind die Wettbewerbsdynamiken ebenso auffällig. Auf der Infocomm Asia 2026 in Bangkok ließ das Fehlen der großen Display-Marken Samsung, LG und anderer etablierter Akteure den chinesischen Herstellern Raum, ihre Ambitionen zu bekräftigen. Skyworth präsentierte ein überraschend breites Digital-Signage-Portfolio, das LCD-Displays von 22 bis 98 Zoll für den Innen- und Außenbereich sowie Videowall-Lösungen, Kioske und zwei proprietäre Content-Management-Plattformen umfasst. Der 42-seitige Produktkatalog veranschaulichte, wie weit sich das Unternehmen von seinen Ursprüngen als Herausforderermarke entwickelt hat.
BOE erreichte diese Breite und erregte mit seinem fast 32 Zoll großen E-Paper-Display besondere Aufmerksamkeit, ein Zeichen dafür, dass die Technologie mit starker Bildqualität und schlankem Design in den Mainstream-Digital-Signage-Bereich eingezogen ist. Das Unternehmen beeindruckte die Besucher zudem mit einem verfeinerten 32-Zoll-Slim-Line-Display, das eine typischerweise übersehene Einstiegskategorie durch sorgfältige Beachtung von Industriedesign, Rahmenmaßen und Einbautiefe aufwertet.
Die Botschaft aus Bangkok ist, dass die traditionelle Display-Hierarchie nicht länger eine Selbstverständlichkeit ist. Chinesische Anbieter, die bereits bei LED dominieren — wo China etwa die Hälfte des weltweiten Umsatzes ausmacht — dringen nun ernsthaft in den LCD-Signage-Markt in Thailand, Indonesien und Malaysia ein. Während die etablierten Anbieter auf mehreren Fronten unter Druck geraten, bereitet das Zusammentreffen von M&A-Aktivitäten und aufkommendem Wettbewerb die Bühne für eine grundlegend andere Branchenlandschaft.